
Gesunde Augen – Welchen Einfluss haben Bildschirme?
Digitale Medien spielen im modernen Alltag eine große Rolle: Die Zeit, die wir vor Bildschirmen verbringen, ist in den letzten Jahren stetig gestiegen – das können pro Tag auch mal mehrere Stunden sein. Unter "Medienzeit" ist in der Regel die Zeit vor elektronischen Bildschirmen oder Endgeräten gemeint. Dazu gehören neben Handys, Laptops und Tablets auch Fernseher, Spielekonsolen oder Smartwatches. Vor allem die Augen werden dabei stark beansprucht.

Bildschirmnutzung bei der Arbeit: „Office-Eye-Syndrom“
Schauen wir hintereinander für mehrere Stunden starr auf ein Display, ist das für unsere Augen nicht gesund. Es entstehen verschiedene Symptome, die als „Office-Eye-Syndrom“ zusammengefasst werden. Die Bezeichnung setzt sich aus den englischen Wörtern „Office“ für Büro und „Eye“ für Auge zusammen und beschreibt damit Beschwerden, die mit übermäßiger Bildschirmarbeit einhergehen. Die Augen brennen und jucken, das Gesehene verschwimmt und Doppelbilder sind möglich. Zudem blinzeln wir nicht so oft. Die Folge: Unsere Tränenflüssigkeit verdunstet schneller und das Auge wird trocken. Dunkelheit oder schwaches Licht verstärken die Symptome zusätzlich.
Haben Sie das Gefühl, die Beschwerden verschwinden nicht von allein, dann sollten Sie sich augenärztlich untersuchen lassen. So können auch andere Ursachen, wie verschiedene Augenerkrankungen, ausgeschlossen werden. In vielen Fällen steigt durch den Dauerfokus auf Displays das Risiko für Kurzsichtigkeit.
Bildschirme: Risiko für Kurzsichtigkeit steigt durch intensive Nutzung
Bei Kurzsichtigkeit – oder auch Myopie – handelt es sich nicht um eine richtige Erkrankung, sondern um eine Sehschwäche. Während Gegenstände in der Nähe scharf wahrgenommen werden, erscheinen Dinge in der Ferne als verschwommen. Fokussieren wir uns regelmäßig für mehrere Stunden auf den unmittelbaren Nahbereich, dann passt sich das Auge an – der Augapfel wächst langsam in die Länge.
Wichtig zu wissen: Das Längenwachstum des Augapfels ist nicht umkehrbar! Auch dann nicht, wenn man den Alltag von heute auf morgen komplett umstellt oder zur Unterstützung des Sehens eine Brille oder Kontaktlinsen trägt. Korrekturen sind ausschließlich operativ möglich. Vor allem im Kindesalter sollte man aus diesem Grund vorbeugende Maßnahmen etablieren und die Bildschirmzeit begrenzen, um eine gesunde Entwicklung zu gewährleisten.
Kinder: Je weniger Bildschirmzeit, desto besser
Eine große Studie, die 2025 veröffentlicht wurde, hat untersucht, wie sich die Zeit vor Bildschirmen auf die Entwicklung von Kurzsichtigkeit bei Kindern auswirkt. Dabei wurde besonders darauf geachtet, ob Bildschirmzeit das Risiko für diese Sehschwäche erhöht. Verglichen wurden 45 Studien mit mehr als 300.000 Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen 5 und 14 Jahren.
Das Ergebnis: Wer täglich nicht mehr als eine Stunde vor dem Bildschirm verbringt, hat nur ein geringes Risiko, kurzsichtig zu werden. Doch mit jeder weiteren Stunde steigt die Gefahr um etwa 20 Prozent. Wer also vier Stunden oder mehr am Tag am Bildschirm sitzt, hat ein doppelt so hohes Risiko, im Laufe der Zeit kurzsichtig zu werden.
Neben Einflüssen auf die Gesundheit der Augen werden u. a. auch negative Auswirkungen auf die Schlafqualität, die Konzentrationsfähigkeit und mentale Gesundheit diskutiert. Hier spielen zahlreiche Faktoren eine Rolle: Wie alt ist das Kind? Wie lange wird der Bildschirm betrachtet? Sind Medien auch passiv, beispielsweise als Hintergrundrauschen am Frühstückstisch, präsent? Und wie intensiv nutzen Eltern ihr Handy, während sie Zeit mit ihren Kindern verbringen?
Wie viel Bildschirmzeit für mein Kind?
Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte hat Empfehlungen für den Umgang mit digitalen Medien für Kinder und Jugendliche herausgegeben. Da Kinder in den ersten drei Lebensjahren eine enorme Entwicklung durchleben, die durch viel analoge Spielzeit und zwischenmenschlichen Kontakt geprägt sein sollte, sprechen sich die Ärzte für das Motto "Bildschirmfrei bis 3" aus. In den darauffolgenden Jahren kann man sich an folgenden Zeiten orientieren:
- 3–6 Jahre: maximal 30 Minuten (an einzelnen Tagen, mit einem Erwachsenen)
- 6–9 Jahre: maximal 30–45 Minuten (an einzelnen Tagen, mit einem Erwachsenen)
- 9-12 Jahre: maximal 45–60 Minuten (als freizeitliche Bildschirmnutzung)
- 12–16 Jahre: maximal 2 Stunden (als freizeitliche Bildschirmnutzung)
- 16+ Jahre: zur Orientierung: maximal 2 Stunden als freizeitliche Nutzung
5 Tipps, um die Augen im Alltag zu schützen

- Ab nach draußen! Wer täglich mindestens zwei Stunden im Freien verbringt, beugt aktiv Kurzsichtigkeit vor. Grund: Durch Tageslicht wird der Botenstoff Dopamin in den Augen produziert, der dem Längenwachstum des Augapfels entgegenwirkt. Also: Die Augen vor Reizungen durch UV-Strahlung schützen!
- Arbeit am Bildschirm? Pausen einlegen! Nutzen Sie dafür die 20-20-20-Regel: Schauen Sie alle 20 Minuten für 20 Sekunden circa 20 Meter in die Ferne – Der Dauerfokus auf die Nähe wird so unterbrochen und das Auge kann sich entspannen.
- Routinen im Alltag mit Kind etablieren! Eine Runde Fußball spielen, gemeinsam zu Abend essen oder vor dem Schlafengehen ein Buch vorlesen: Viele gemeinsame Rituale sorgen dafür, dass die Familienzeit als besonders intensiv empfunden wird – und nebenbei bleibt der Bildschirm häufiger aus.
- Smartphone-freie Zone! Wer die Zeit am Handy reduzieren möchte, kann einen Bildschirm-Timer nutzen. Eine Benachrichtigung erinnert Sie, sobald Ihr persönliches Tageslimit erreicht ist. Spannend - Das funktioniert auch bei einzelnen Apps: Nach einer festgelegten Zeit werden Instagram, TikTok und Co. geschlossen – Tschüss, Doomscrolling!
- Im Akutfall helfen befeuchtende Augentropfen! Bei Trockenheit können spezielle Augentropfen, z. B. mit Hyaluronsäure aus der Apotheke, verwendet werden: Sie spenden Feuchtigkeit und beugen Reizungen vor.